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Die Lust auf Freiheit: Der Barfuß Trend

Anfang

Es war einmal vor mehr als 28.000 Jahren, als erfinderische Steinzeitmenschen auf die Idee kamen, Palmblätter und Tierfelle unter und um ihre Füße zu wickeln und sich damit vor Hitze, Kälte und anderem Unbill zu schützen. Vermutlich würden die Neandertaler mit großer Verwunderung reagieren, wenn sie wüssten, dass heutzutage immer mehr Menschen freiwillig barfuß gehen.

Auf speziellen Barfußpfaden, in Städten, zu Hause, beim Sport, sommers wie winters – der Barfußtrend findet immer mehr Anhänger. Was treibt die Menschen zurück in Gepflogenheiten der Steinzeit? Wollen sie wieder blanken Fußes Mammuts jagen oder tun sie es aus religiösen oder gesundheitlichen Gründen? Ist es Nonkonformismus, die Suche nach dem einfachen Leben oder ein Lebensgefühl der Freiheit? Die Gründe sind vielschichtig.

Der Freiheitsaspekt 

Ein langer Tag geht langsam zu Ende. Wir kommen nach Hause und ziehen als erstes die Schuhe aus. Wir befreien uns. Immer mehr Menschen wollen diese Freiheit so oft wie möglich genießen und werden deshalb zu überzeugten Barfußläufern. Wie kommt es, dass wir uns in unserer Freiheit manchmal eingeschränkt fühlen?

Allein durch technische Errungenschaften wie beispielsweise Waschmaschinen oder Bügeleisen haben wir täglich rund eine halbe Stunde mehr Zeit als vor 40 Jahren. Dennoch fühlen wir uns oft wie in einem Zeitstrudel. Niemand hat mehr Zeit. Freie Zeit wird verplant. EIne Aktivität reiht sich an die nächste. Oft gerät derjenige in Erklärungsnot, der über freie Zeit verfügt. Wir fühlen uns unfrei, obwohl wir ja selbst Herr unserer Zeit sind.

Noch nie hatten wir so viele Möglichkeiten wie heute. Aus Angst, die beste Option zu versäumen, verharren viele angesichts des Überangebots in Entscheidungsunfähigkeit. Statt etwas zu verändern verstricken wir uns oft in Widersprüchen: Wir wollen zurück zur Natur, fahren aber mit SUV´s zum Einkaufen durch die Stadt. Studien zur Folge findet die Mehrheit der Deutschen fast nie die Zeit, das zu tun, was sie wirklich tun wollen. Dennoch sehen sie täglich fast drei Stunden fern. Obwohl nur die meisten höchstens einmal pro Monat wandern gehen, wartet zu Hause Outdoorkleidung inclusive Schlafsack und Überlebenskit.

Das Leben erscheint unübersichtlich, es fehlt an Klarheit und Orien-tierung.Viele sehnen sich nach mehr Einfachheit. Zeitschriften wie Landlust, Flow, Happinaz oder Slow vermehren erfolgreich ihre Leserschar, indem sie die vor allem die Themen Einfachheit, Freiheit, Entschleunigung und Achtsamkeit besetzen.

Wer im Sommer nach einem Regenschauer barfuß über eine Wiese läuft oder am Strand an die Brandung spürt, fühlt sich glücklich. Zumindest in diesem Augenblick ist das Leben einfach und klar. Die Komplexität und Widersprüchlichkeit des Lebens rücken in weite Ferne. Man fühlt sich befreit. Das ist die “neue” Freiheit.

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